Nächtens
In letzten Zug nach
Hause hängen alle
schlaf in ihren Sitzen
ausser Otto un die
Seinen die bierseelig
ihr eigenes Oktoberfest
veranstalten.
Knopfdruck
Bequem die Digitalcameras auch
Otto hat sich eine geleistet nicht
nur so einen kleinen
Klickopängnein ein richtiges Ding mit einer
150seitigen Bedienungsanleitung
die hat er studiertundstudiert
meint jetzt Bescheid zu wissen
darum fotografiert er auf dem
nächsten
Firmenfest auch fleissig
jedem sagt er er bekomme die
Bilder dann per Mail sei ja schon
kommod dann fragt ihn einer ob
er mal sehen dürfe was Otto schon
im Kasten hat schliesslich haben
die ja alle einen kleinen
Bildschirmklar sagt Otto hantiert an der
Kamera und schon erscheint
in
digitaler Schrift die Anzeige
alle Bilder gelöscht.
Endstation
Bierseelig wankt Otto
von der grossen Traditionsparty
nach Hause respektive
zum Bahnhof von wo ihn
der Zug nach Hause bringen
soll ergattert sich im
überfüllten Wagen den letzten
Sitzplatz plaudert noch
mit seinen Sitznachbarn
über das was er den
ganzen Tag gesehen hat
bis seine Augen nach und
nach schwerer werden und
er seelig schläft und erst
wieder erwacht als jemand
Endstation durch den Wagen
brüllt und das ist doch
ein paar Stationen weiter
als jene an der Otto
zu Hause ist.
Streichkonzert
Streichkonzerte gehören nicht
zu Ottos Lieblingsbeschäftigung
ausser es handle sich um sein
eigenes nein nicht jenes wenn
man das Budget zusammen streichen
muss sondern jenes wenn Otto ein
Zimmer streicht und dazu
den Radetzky-Marsch pfeift.
Zügig
Für einmal erwischt Otto
wieder einen altes Gefährt
weil offenbar die moderne
Version des Zugs infolge
technischen Defekts irgendwo
in der Werkstatt steht im
Museumsstück gehts zwar
weniger zügig heimwärts
dafür ist der Komfort so
zügig dass Otto nach der
Fahrt garantiert eine
laufende Nase und einen
rauen Hals hat.
Blau
So blau wie sein
Finger derzeit wegen
einer Türklemmerei
ist kann Otto gar
nicht werden auch
wenn er tagelang
am Stammtisch
sitzen würde.
Gedankenverloren
Manchmal überlegt sich
Otto am Abend was er
den ganzen lieben langen
Tag alles gedacht hat
und es will ihm partout
nicht einfallen so dass
er annehmen muss dass er
den Tag ziemlich
gedankenverloren
verbracht hat.
Aufgeräumt
An einem verregneten
Sonntag ist Ottos
Stimmung meist nicht
aufgeräumt dafür aber
seine gute Stube
weil er vor lauter
Langeweile nichts
besseres weiss als
Ordnung zu schaffen.
Ausfahrt verpasst
Dass Otto schon mal
Auto fahrenderweise
eine Ausfahrt verpasst
hat gehört zum Geschäft
dass er nun aber in die
Zeitung lesend vertieft
seine Heimstation im
Zug verpasst gibt ihm
schon mehr zu denken
und braucht vor allem
viel mehr Zeit dauert
es doch bis zum nächsten
Halt der ihm die
Retourfahrt ermöglichte
eine ganze Halbestunde.
Heimwegprofil
Zuweilen fragt sich Otto
warum am Freitag nach
einer arbeitsreichen Woche
sein Heimweg jeweils
mehr als doppelt so
lang ist wie an gewöhnlichen
Wochentagen das kommt
er zum Schluss liegt nicht
an seinem Feierabendbier
das er gewöhnlich kredenzt
sondern muss daran liegen
dass er es nicht bei dem
einen bewenden lässt.
Kreativitätsschub
Jeweil kurz vor Mittag
dann wenn der Magen
richtig schön knurrt
wird Otto von einem
Kreativitätsschub
befallen wenn es um die
Auswahl jenes Lokals
geht in dem er sein
Loch im Bauch
stopfen will.
Phasen und Phrasen
Phasenweise drischt
Otto Phrasen als wäre
er Drescher auf einem
voll mechanisierten
Hof auf dem es Mechaniker
aber keine Drescher
mehr braucht und
trotzdem drischt er
munter weiter drauflos
bis kein Halm mehr steht
auch wenn am Schluss
kein Korn zum Mahlen
bleibt.
Stressmauer
Hetzend erreicht Otto den
Bahnhof hört in der Unterführung
wie er mit quietschenden
Bremsen hält erreicht den
Treppenaufgang zum Perron
und muss doch mitansehen
wie sein Zug vor seine Nase
abfährt zu undurchdringlich
ist die Mauer von gestressten
Heimkehrern die ihm über
die Treppe entgegenkommt.